Humboldt Forum
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Ein Teehaus für das Humboldt Forum

Pressemitteilung

Berlin, 14. November 2019

Ein Teehaus für das Humboldt Forum
Handwerker aus Japan fertigen die Bauskulptur aus Cortenstahl, Holz und Lehm

Im Humboldt Forum im Berliner Schloss wird im Ausstellungsmodul zu japanischer Kunst ein Teehaus Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit für Teezeremonien bieten. Die skulpturale Architektur des neuen Teehauses aus Cortenstahl, Holz und Lehm vom Wettbewerbssieger URA Architekten aus Kanazawa wird von japanischen Handwerkern gebaut und Tradition und Moderne sowie Referenzen an japanische und deutsche Kultur gleichermaßen vereinen.

Bôki bedeutet wortwörtlich „die alltäglichen Angelegenheiten vergessen“. Unter diesem Motto wurde im Oktober 2000 im damaligen Museum für ostasiatische Kunst in Dahlem ein Teeraum eingerichtet und nach diesem benannt. Im Bôki wurden ab 2005 regelmäßige Teezeremonien angeboten. In den Teezusammenkünften wurden die alltäglichen Sorgen beiseitegeschoben, um sich nur noch auf die rituelle Zubereitung und das anschließende Genießen des Tees zu konzentrieren sowie sich an den zweckmäßigen und höchst ästhetischen Utensilien sowie dem Raumschmuck zu erfreuen.

Diese Tradition der Teezeremonien wird in der Sammlung des Museums für Asiatische Kunst im Ausstellungsmodul zu japanischer Kunst im Westflügel des dritten Obergeschosses im Humboldt Forum ihre Fortsetzung finden. Der aus einem Wettbewerb hervorgegangene Siegerentwurf von URA Architekten aus Kanazawa wird derzeit mit Handwerkern aus Japan verwirklicht.

Form und Materialen des Teehauses werden sensible lokale Bezüge herstellen. Außenwände und Dach aus Cortenstahl nehmen die oktogonale Form der Turmruine der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche als Berliner Mahnmal für den Frieden auf. Die Innenwände des Hauptraums mit einer Größe von acht traditionellen Kyoter Reisstrohmatten werden teilweise mit europäischen Lehm ausgestattet. Insgesamt besteht das Teehaus aus Hauptraum (Teeraum) und Nebenraum (Vorbereitungsraum). Der Teeraum wird mit einer im Boden eingelassenen Feuerstelle (japanisch: ro) sowie einer Tokonama (Nische) ausgestattet. Zwischen herausragenden japanischen Werken der Malerei, Grafik, Keramik und Lackarbeiten wird das Teehaus Besucherinnen und Besuchern die Kultur des Teewegs erfahrbar machen.

Hans-Dieter Hegner, Vorstand Bau der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss und Mitglied der Wettbewerbsjury: „Ich freue mich, dass die traditionelle Teezeremonie auch am neuen Standort des Museums für Asiatische Kunst wieder wird stattfinden können. Der Entwurf für das neue Teehaus, das die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss für die Ausstellung aus Japan angekauft hat, stammt von Jun Ura und seinem Team URA Architekten aus Kanazawa. Er bekam den ersten Preis in einem Wettbewerb mit japanischen Architekten und Künstlern verliehen. Seine Gestaltungsidee vereint scheinbar mühelos alte Tradition und Moderne. Einerseits wurde den strengen Vorgaben der Teezeremonie entsprochen. Andererseits wurde eine moderne skulpturale Architektur entworfen. Neben traditionellen Materialien wie Japanpapier oder lackiertem Holz dominieren auch moderne Materialien wie z.B. Stahl. Die Besucher der Ausstellung und der japanische Teeverein werden ihre Freude an diesem besonderen Ausstellungsstück haben.“

Mit dem Humboldt Forum entsteht ab Ende 2020 ein neues kulturelles Stadtquartier in der Mitte Berlins. Durch das Zusammenführen herausragender Sammlungen mit bedeutenden Exponaten, darunter spirituelle Objekte und Kunstwerke aus Asien, Afrika, Amerika, sowie in vielfältigen Veranstaltungen regt das Humboldt Forum zu neuen Erkenntnissen über die Welt von gestern, heute und morgen an. Akteure im Humboldt Forum sind federführend die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, die Kulturprojekte Berlin und das Stadtmuseum Berlin, sowie die Humboldt-Universität zu Berlin.

Ein Teehaus für das Humboldt Forum

Handwerker aus Japan fertigen die Bauskulptur aus Cortenstahl, Holz und Lehm

Auslobung
Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Unter den Linden 3, 10117 Berlin

Architekten
URA Architects and Engineers, Kanazawa, Japan

Pressekontakte

Bernhard Wolter, Leiter Stabsstelle Presse und Öffentlichkeitsarbeit, +49 151 14 00 11 99, bernhard.wolter@humboldtforum.org

Michael Mathis, Pressesprecher, +49 151 1617 97 27, michael.mathis@humboldtforum.org

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