Humboldt Forum
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© SHF / Jannis Pätzold
AvH250

Freitag, 13. September 2019

Programm zum Geburtstag von Alexander von Humboldt. Alle Veranstaltungen finden in Originalsprache statt, meist mit jeweiliger Übersetzung in Deutsch/Englisch/Spanisch.

Anmeldung

Kommen Sie gerne um 21 Uhr vorbei und bringen Sie bitte etwas Wartezeit mit. Wir freuen uns auf Sie am Baustelleneingang Süd (Schlossplatz/Breite Straße).
Online sind keine Anmeldungen mehr möglich.

Kosmos I

19–20 Uhr, Einlass 18 Uhr
Eintritt frei.
Achtung: Dieses Zeitfenster ist bereits ausgebucht.

19–20 Uhr
Vortrag von Andrea Wulf
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Durch die Alexander-von-Humboldt-Biografin die Aktualität des Naturforschers begreifen.

Alexander von Humboldt. Kunst, Wissenschaft und Abenteuer
Andrea Wulf

Andrea Wulf ist es mit ihrem im Herbst 2016 erschienenen, vielfach preisgekrönten und weltweit fast 700.000 Mal verkauften Bestseller „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ gelungen, ein breites Publikum für das Leben und Schaffen des Naturforschers und Universalgelehrten zu begeistern. Mit ihrem Vortrag entführt die „Pressesprecherin“ Humboldts, wie sich Andrea Wulf selbst gern vorstellt, mitten hinein in seine Welt. In ihrer eigenen, sehr lebendigen, Art lässt sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörern teilhaben an ihren Recherchen, die sie auf Humboldts Spuren quer durch Europa und Amerika führten. Ihr einzigartiger und vielschichtiger Bericht beleuchtet nicht nur das Universalgenie, sondern gleichermaßen auch den Menschen Alexander von Humboldt aus europäischer Sicht und stellt wertvolle Bezüge zum Hier und Heute her.

Kosmos II

19:30–2 Uhr, Einlass 19:15 Uhr
Eintritt frei.
Kommen Sie gerne um 21 Uhr vorbei und bringen Sie bitte etwas Wartezeit mit. Wir freuen uns auf Sie am Baustelleneingang Süd (Schlossplatz/Breite Straße).
Online sind keine Anmeldungen mehr möglich.

ab 19:30 Uhr
Ausstellungen
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Zeitgenössische und historische Perspektiven aus Lateinamerika auf Humboldt entdecken.

Archivo Alexander von Humboldt
Ausstellung von Fabiano Kueva, Co-Kurator: David Blankenstein

Das „Archivo Alexander von Humboldt“ des ecuadorianischen Künstlers ist ein über zehn Jahre dauerndes Langzeitprojekt: Seit 2009 erkundet Fabiano Kueva, von der Amerikareise Humboldts ausgehend, die Frage des Archivs künstlerisch-diskursiv mit den Mitteln des Films, der Ausstellung und der Dokumentation. Kueva folgt nicht nur Humboldts Spuren, sondern auch seinen Gesten, Worten und Praktiken des Sammelns und Ordnens. Indem er berühmte Darstellungen Humboldts nachinszeniert, legt er die hinter der „wissenschaftlichen“ Reise verborgenen Denkmuster offen. Welche Strategien der Inszenierung hat Humboldt genutzt? Und wie hat Humboldt unsere Sicht auf Wissenschaft und Wahrheit verändert?

La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas / Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen
Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler im Dialog mit historisch-künstlerischen Positionen, kuratiert von Halim Badawi, in Kooperation mit dem Goethe-Institut

Die Ausstellung zeigt die Präsenz der Humboldt’schen Tradition in der zeitgenössischen lateinamerikanischen Kunst. An Flüssen, im Hochland, auf Bergen und Vulkanen sammelte Humboldt auf seiner Reise durch Lateinamerika (1799-1804) Eindrücke von dem üppigen und politisierten Territorium der „Neuen Welt“. Die Ausstellung folgt den Spuren dieser Reise bis in die heutige künstlerische Praxis Lateinamerikas. Ausgewählte Werke zeigen, dass sich die brennenden Fragen unserer Zeit bereits zu Zeiten der Amerikaexpedition Humboldts offenbart haben. Die Ausstellung führt den Besucherinnen und Besuchern vor Augen, wie eng die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zusammenhängt, insbesondere in einem Land wie Kolumbien, wo natürlicher Reichtum, geografische Vielfalt, Biodiversität und Bodenschätze mit Ungleichheit und Ausbeutung, Extraktivismus und Entwaldung einhergehen.

Künstlerische Beiträge:

  • zeitgenössisch: Antonio Bermúdez, José Luis Bongore, Luis Carlos Camargo, Camilo Echavarría, Gianfranco Foschino, David Guarnizo, Alfredo Jaar, Regina de Miguel, Carlos Motta, Andrés Matías Pinilla, José Alejandro Restrepo, Liliana Sánchez, Óscar Santillán und Experimenta/Sur: Tejidos conectivos;
  • historisch: Ricardo Borrero Álvarez, Frederic Edwin Church, Thomas Clarkson, Ida Esbra, Pancho Fierro, Baron Jean-Baptiste Louis Gros, Felipe Santiago Gutiérrez, Alexander von Humboldt, Theodor Koch-Grünberg, Erwin Kraus, Maria Sibylla Merian, Andrés de Santa María, Sunqua, Ramón Torres Méndez.

Zur Ausstellung erscheint ein Handheft mit Informationen zu allen gezeigten Werken und zu den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern (erhältlich im Ausstellungsraum)

ab 19:30 Uhr
Walking Act Perfomances
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Dekoloniale Perspektiven auf lateinamerikanische Realitäten nachvollziehen.

El carguero / Der Träger
Jean Lucumi

Humboldt beschreibt in seinen Tagebüchern die Figur des Trägers im kolonialen Gesellschaftssystem. Die Träger, Männer afrikanischen oder indigenen Hintergrunds, trugen auf ihrem Rücken Reisende und Güter. Der Performance-Künstler Jean Lucumi verbindet diese Figur mit Fragen der Bildung in heutigen postkolonialen Gesellschaften, in denen die Ungleichheiten des kolonialen Systems von Versklavung und Ausbeutung aufgrund von ethnischer Zugehörigkeit in anderer Form weiterbestehen. Als Fracht trägt Lucumi jene Texte, die seine Schulzeit prägten. Eine Last, derer er sich im Laufe der Performance entledigt und die Anlass zum Gespräch über den Zusammenhang zwischen Bildung und globalen Gesellschaftsordnungen bietet.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut. Die Performances werden präsentiert im Rahmen von „Experimenta/Sur: Tejidos conectivos“ und „La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas“.

ab 19:30 Uhr
Musik und DJs
+

Lateinamerikanische Sounds und Klänge

DJ Claudio

ab 19:30 Uhr
Installationen
+

Virtuell auf Humboldts Spuren wandeln und indigene Perspektiven kennenlernen.

VR-Stationen

Juyeco Humboldt

4Direcciones Audio Visionaries

Das Team aus Bogotá hat eine Mixed Reality-Anwendung entwickelt, die Geräusche und Bewegungen aus der jeweiligen Umgebung, Augmented Reality-Elemente und immersive Sounds einbezieht. Das Gemeinschaftshaus von indigenen Siedlungen wird dabei zum Ort der Begegnung. Humboldts Südamerikareise wird aus der Perspektive indigenen Denkens gespiegelt. So werden wir dazu animiert, uns durch physisches Erleben mit indigenen Perspektiven auf Wissen und Umwelt auseinanderzusetzen. Juyeco Humboldt zielt auf die Dekolonisierung von Bewusstsein durch das Medium des rituellen Tanzes.

Alexander VR Humboldt

Sunset Fox

Humboldts Ehrgeiz, die Welt zu vermessen, fasziniert bis heute. Das Team aus Mexiko-Stadt hat in seiner Virtual Reality-Anwendung einen Fokus auf die Instrumente des Forschungsreisenden gelegt. Anhand von Messgeräten wie zum Beispiel Sextanten oder Höhenmesser aus Humboldts Reisegepäck, wird der Alltag des Forschers in fünf verschiedenen Missionen erlebbar. Gleichzeitig wird Humboldts mexikanische Reiseroute nachgezeichnet, von seiner Ankunft in Acapulco bis nach Mexiko-Stadt.

Hololistic

Virtual Penguins

In der Virtual Reality-Anwendung aus Lima tauchen die Besucherinnen und Besucher in eine von einer Videospielästhetik inspirierte Welt ein. Dort gilt es, einen engen Bergwerkstollen zu durchschreiten, Anweisungen eines Kaninchens Folge zu leisten und steile Berghänge zu erklimmen. Orientierung bietet die kommentierende Stimme von Alexander von Humboldt, die das Geschehen in einen historischen Kontext einbettet.

360˚-Filme

Humboldt360˚ | Eine Expedition in Lateinamerika

Tim Hamelberg

Für die Themensaison Humboldt y las Américas hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit Playersjourney Berlin einen 360-Grad-Film produziert, der Alexander von Humboldts Reiseroute in Kolumbien und Ecuador nachvollzieht. Begleitet von Originalzitaten reisen die Besucherinnen und Besucher durch das heutige Lateinamerika. In vier Episoden zeichnet der Film Humboldts präzisen Blick als Kulturwissenschaftler, Ethnologe und Kritiker von Kolonialismus, Rassismus und Ausbeutung nach und zeigt dabei das Bild Lateinamerikas, das sich heutigen Reisenden bietet. Stationen der Reise sind Cartagena, Bogotá, Quito und der Chimborazo.

Kaji (Sacred Coca)

Diana Rico, Richard Décaillet

Kají (Sacred Coca) nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine erweiterte audiovisuelle Reise in den Amazonas-Regenwald. Dort begegnen sie einer über 14.000 Jahre alten Tradition, in deren Zentrum eine Pflanze der Weisheit steht. Der 360˚-Film bietet die einzigartige Möglichkeit, ein nur selten besuchtes Gebiet zu erkunden und einzutauchen in die kulturellen Ursprünge der Cocapflanze und ihrer Nutzung in der Amazonasregion. Er ermöglicht es, die Welt dieser geheimnisvollen Pflanze und das tägliche Leben der Jaguar-Schamanen von Yurupari am Piraparaná-Fluss in Vaupés in Kolumbien kennenzulernen.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut.

20:30 Uhr
Performance
+

Dekoloniale Perspektiven auf lateinamerikanische Realitäten nachvollziehen.

De bogas y remeros / Von Bogas und Ruderern
von Mara Viveros, mit Liliana Angulo Cortés, Julián Díaz, Stephan Micus

In diesem performativen Vortrag bezieht sich die Anthropologin Mara Viveros auf einen der wenigen Texte Humboldts, in denen er ein menschliches Wesen und die Körperlichkeit seiner Arbeit beschreibt. Diesen Text setzt sie in Spannung zu der Erzählung über den Alltag eines Mannes, ein Afrokolumbianer, der an der Küste lebt und möglicher Nachfahre des von Humboldt beschriebenen Mannes ist. Die Lesung von Julián Díaz und Liliana Angulo Cortés wird durch Improvisationen von Stephan Micus begleitet, der im Rahmen von Experimenta/Sur Humboldts Route auf dem Orinoco nachverfolgt hat.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut. Die Performances werden präsentiert im Rahmen von „Experimenta/Sur: Tejidos conectivos“ und „La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas“.

ab 21 Uhr
Musik und DJs
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Tanzen zu lateinamerikanischen Sounds und Klängen!

DJ Claudio, La Payara (21 Uhr)
La Payara ist ein Projekt unter der Leitung des kolumbianischen DJs und Produzenten Claudio Tantimonaco. Stark beeinflusst von Künstlerinnen und Künstlern, die traditionelle lateinamerikanische Klänge mit elektronischen Beats verbinden, verschmelzen La Payara Folklore mit Psychedelic Sounds, Cumbia und afrokolumbianischen Rhythmen. La Payara spielte unter anderem bei der Resident Advisor Bogotá Party und für die Redlight Radio Sonderausgabe Bogotá. Sie wurden in Sounds and Colours „New Colombian Bands That You Need To Hear“ aufgenommen und hatten im Sommer 2019 ihr Debüt in Europa, wo sie vor Publikum auf den Festivals Glastonbury, Roskilde und Fusion spielten.

Agua e Lulo’s featuring (22 Uhr)
Camilo Montero alias DJ Camo, José Luis Urriago alias DJ Jolun, Gleibis Gil alias DJ Lionza, Maque Pereyra alias DJ Maque Tumal

Agua e Lulo’s ist ein kolumbianisches Kulturevent für Fans lateinamerikanischer Musik in Berlin. Seit 2013 spielen sie in der Hauptstadt Musik aus Kolumbien und Lateinamerika und versuchen, das kolumbianische und lateinamerikanische Image in Berlin und Deutschland durch Musik, künstlerische Entwicklung und folkloristische Vielfalt zu fördern und die Annäherung anderer in Berlin ansässiger Kulturen an die kolumbianische Kultur zu ermöglichen. Vier DJs bringen einen besonderen Musik-Mix und Latin Flow ins Humboldt Forum, der ihre Diversität und ihre unterschiedlichen kulturellen Wurzeln repräsentiert.

22:30–23:15 Uhr
Performance
+

Dekoloniale Perspektiven auf lateinamerikanische Realitäten nachvollziehen.

El viaje de formol / Formalinreise
von und mit Naomi Rincón Gallardo mit San Cha, Friedolin Obersteiner, Pete Prison IV, Danishta Rivero

Die Performance inszeniert eine mythische Welt: Anhand von Videos, Liedern und Reden wird die Reise der ermordeten Mixteken-Aktivistin Alberta „Bety“ Cariño durch die Unterwelt dargestellt. Während dieser politisch-surrealistischen Reise findet sie Gefährten in Witwen, Hexentieren und Gottheiten, die sie zu einer Wiedergeburtszeremonie begleiten. Ein in Formaldehyd eingelegter Axolotl spielt gleichzeitig die Rolle eines Geschichtenerzählers, eines Reiseführers und eines bei einer Kolonialexpedition entführten Geisterobjekts. Humboldt hatte den mexikanischen Schwanzlurch Axolotl in den Gewässern um Mexiko-Stadt gesehen, gezeichnet und beschrieben. Die Performance zeigt mit dieser mythischen Erzählung die Verflechtung zwischen der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Unterdrückung der indigenen Bevölkerung Mexikos.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut. Die Performances werden präsentiert im Rahmen von „Experimenta/Sur: Tejidos conectivos“ und „La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas“.

Projektionen an der Ostfassade

21–2 Uhr, frei zugänglich
Keine Anmeldung erforderlich

ab 21 Uhr
Projektionen
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Alexander von Humboldt in bewegten Bildern und Zitaten erleben und sich von indigenen Naturforschern den Sternenhimmel Amazoniens zeigen lassen.

250 Jahre jung!
Animation zum Geburtstag von Alexander von Humboldt

Zu seinem 250sten Geburtstag wird die Ostfassade des Humboldt Forums zum Schauplatz des Lebens und Denkens Alexander von Humboldts. „Alles ist Wechselwirkung“ – seine zentrale Feststellung über die Natur und Welt – wird im Zusammenspiel zwischen Licht, Bildern und Architektur erkundet. Es ist eine Reise in die Vielschichtigkeit und enorme Facettenhaftigkeit dieses schillernden Wissenschaftlers, Forschers und Philosophen.

O Ciclo Anual no Rio Tiquié / Der Jahrszyklus des Tiquié-Flusses
Damião Amaral Barbosa, Felix Rezende Barbosa, Aloisio Cabalzar, Raiz Campos, Mikko Gaestel, Thiago Oliveira, Ismael Pimentel dos Santos, Andrea Scholz et al.

Mehr als 200 Jahre nach Humboldts Reise an den Rio Negro im Nordwesten Amazoniens sind die Beziehungen zwischen Indigenen dieser Region und dem Ethnologischen Museum Berlin lebendiger denn je. Durch intensive Kooperationen der letzten Jahre treffen Welten und Weltsichten nun erstmals hier in der Mitte Berlins zusammen. Die Projektion auf der Ostfassade des Humboldt Forums ist Ergebnis einer kollaborativen Arbeit, die indigene und nicht-indigene Künstlerinnen und Künstler sowie brasilianische und deutsche Ethnologinnen und Ethnologen zusammenführte. Gemeinsam übersetzten sie indigene Mythen und Beobachtungen über Sternbilder und den Jahreszyklus in eine visuelle Erzählung; so entstand eine positive Spannung zwischen den modernen Formen des Gebäudes und der Komplexität indigener Vorstellungen über Zeit, Ökologie und Ritual. Das Ergebnis öffnet dem Berliner Publikum einen Raum für visuelle Begegnungen zwischen zwei Welten, die seit Humboldts Tagen ein gemeinsames Erbe teilen.