Humboldt Forum
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© SHF / Jannis Pätzold
AvH250

Samstag, 14. September 2019

Programm zum Geburtstag von Alexander von Humboldt. Alle Veranstaltungen finden in Originalsprache statt, meist mit jeweiliger Übersetzung in Deutsch/Englisch/Spanisch.

Anmeldung

Kommen Sie gerne vorbei und bringen Sie bitte etwas Wartezeit mit. Wir freuen uns auf Sie am Baustelleneingang Süd (Schlossplatz/Breite Straße).
Online sind keine Anmeldungen mehr möglich.

KOSMOS III

12–14:30 Uhr, Einlass 11:45 Uhr
Eintritt frei.
Kommen Sie gerne vorbei und bringen Sie bitte etwas Wartezeit mit. Wir freuen uns auf Sie am Baustelleneingang Süd (Schlossplatz/Breite Straße).
Online sind keine Anmeldungen mehr möglich.

ab 12 Uhr
Ausstellungen
+

Zeitgenössische und historische Perspektiven aus Lateinamerika auf Humboldt entdecken.

Archivo Alexander von Humboldt
Ausstellung von Fabiano Kueva, Co-Kurator: David Blankenstein

Das „Archivo Alexander von Humboldt“ des ecuadorianischen Künstlers ist ein über zehn Jahre dauerndes Langzeitprojekt: Seit 2009 erkundet Fabiano Kueva, von der Amerikareise Humboldts ausgehend, die Frage des Archivs künstlerisch-diskursiv mit den Mitteln des Films, der Ausstellung und der Dokumentation. Kueva folgt nicht nur Humboldts Spuren, sondern auch seinen Gesten, Worten und Praktiken des Sammelns und Ordnens. Indem er berühmte Darstellungen Humboldts nachinszeniert, legt er die hinter der „wissenschaftlichen“ Reise verborgenen Denkmuster offen. Welche Strategien der Inszenierung hat Humboldt genutzt? Und wie hat Humboldt unsere Sicht auf Wissenschaft und Wahrheit verändert?

La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas / Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen
Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler im Dialog mit historisch-künstlerischen Positionen, kuratiert von Halim Badawi, in Kooperation mit dem Goethe-Institut

Die Ausstellung zeigt die Präsenz der Humboldt’schen Tradition in der zeitgenössischen lateinamerikanischen Kunst. An Flüssen, im Hochland, auf Bergen und Vulkanen sammelte Humboldt auf seiner Reise durch Lateinamerika (1799-1804) Eindrücke von dem üppigen und politisierten Territorium der „Neuen Welt“. Die Ausstellung folgt den Spuren dieser Reise bis in die heutige künstlerische Praxis Lateinamerikas. Ausgewählte Werke zeigen, dass sich die brennenden Fragen unserer Zeit bereits zu Zeiten der Amerikaexpedition Humboldts offenbart haben. Die Ausstellung führt den Besucherinnen und Besuchern vor Augen, wie eng die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zusammenhängt, insbesondere in einem Land wie Kolumbien, wo natürlicher Reichtum, geografische Vielfalt, Biodiversität und Bodenschätze mit Ungleichheit und Ausbeutung, Extraktivismus und Entwaldung einhergehen.

Künstlerische Beiträge:

  • zeitgenössisch: Antonio Bermúdez, José Luis Bongore, Luis Carlos Camargo, Camilo Echavarría, Gianfranco Foschino, David Guarnizo, Alfredo Jaar, Regina de Miguel, Carlos Motta, Andrés Matías Pinilla, José Alejandro Restrepo, Liliana Sánchez, Óscar Santillán und Experimenta/Sur: Tejidos conectivos;
  • historisch: Ricardo Borrero Álvarez, Frederic Edwin Church, Thomas Clarkson, Ida Esbra, Pancho Fierro, Baron Jean-Baptiste Louis Gros, Felipe Santiago Gutiérrez, Alexander von Humboldt, Theodor Koch-Grünberg, Erwin Kraus, Maria Sibylla Merian, Andrés de Santa María, Sunqua, Ramón Torres Méndez.

Zur Ausstellung erscheint ein Handheft mit Informationen zu allen gezeigten Werken und zu den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern (erhältlich im Ausstellungsraum)

ab 12 Uhr
Installationen
+

Virtuell auf Humboldts Spuren wandeln und indigene Perspektiven kennenlernen.

VR-Stationen

Juyeco Humboldt

4Direcciones Audio Visionaries

Das Team aus Bogotá hat eine Mixed Reality-Anwendung entwickelt, die Geräusche und Bewegungen aus der jeweiligen Umgebung, Augmented Reality-Elemente und immersive Sounds einbezieht. Das Gemeinschaftshaus von indigenen Siedlungen wird dabei zum Ort der Begegnung. Humboldts Südamerikareise wird aus der Perspektive indigenen Denkens gespiegelt. So werden wir dazu animiert, uns durch physisches Erleben mit indigenen Perspektiven auf Wissen und Umwelt auseinanderzusetzen. Juyeco Humboldt zielt auf die Dekolonisierung von Bewusstsein durch das Medium des rituellen Tanzes.

Alexander VR Humboldt

Sunset Fox

Humboldts Ehrgeiz, die Welt zu vermessen, fasziniert bis heute. Das Team aus Mexiko-Stadt hat in seiner Virtual Reality-Anwendung einen Fokus auf die Instrumente des Forschungsreisenden gelegt. Anhand von Messgeräten wie zum Beispiel Sextanten oder Höhenmesser aus Humboldts Reisegepäck, wird der Alltag des Forschers in fünf verschiedenen Missionen erlebbar. Gleichzeitig wird Humboldts mexikanische Reiseroute nachgezeichnet, von seiner Ankunft in Acapulco bis nach Mexiko-Stadt.

Hololistic

Virtual Penguins

In der Virtual Reality-Anwendung aus Lima tauchen die Besucherinnen und Besucher in eine von einer Videospielästhetik inspirierte Welt ein. Dort gilt es, einen engen Bergwerkstollen zu durchschreiten, Anweisungen eines Kaninchens Folge zu leisten und steile Berghänge zu erklimmen. Orientierung bietet die kommentierende Stimme von Alexander von Humboldt, die das Geschehen in einen historischen Kontext einbettet.

360˚-Filme

Humboldt360˚ | Eine Expedition in Lateinamerika

Tim Hamelberg

Für die Themensaison Humboldt y las Américas hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit Playersjourney Berlin einen 360-Grad-Film produziert, der Alexander von Humboldts Reiseroute in Kolumbien und Ecuador nachvollzieht. Begleitet von Originalzitaten reisen die Besucherinnen und Besucher durch das heutige Lateinamerika. In vier Episoden zeichnet der Film Humboldts präzisen Blick als Kulturwissenschaftler, Ethnologe und Kritiker von Kolonialismus, Rassismus und Ausbeutung nach und zeigt dabei das Bild Lateinamerikas, das sich heutigen Reisenden bietet. Stationen der Reise sind Cartagena, Bogotá, Quito und der Chimborazo.

Kaji (Sacred Coca)

Diana Rico, Richard Décaillet

Kají (Sacred Coca) nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine erweiterte audiovisuelle Reise in den Amazonas-Regenwald. Dort begegnen sie einer über 14.000 Jahre alten Tradition, in deren Zentrum eine Pflanze der Weisheit steht. Der 360˚-Film bietet die einzigartige Möglichkeit, ein nur selten besuchtes Gebiet zu erkunden und einzutauchen in die kulturellen Ursprünge der Cocapflanze und ihrer Nutzung in der Amazonasregion. Er ermöglicht es, die Welt dieser geheimnisvollen Pflanze und das tägliche Leben der Jaguar-Schamanen von Yurupari am Piraparaná-Fluss in Vaupés in Kolumbien kennenzulernen.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut.

ab 12 Uhr
Familienprogramm
+

Geschichten Lateinamerikas kennenlernen und Humboldts „Naturgemälde“ spielerisch neu arrangieren.

Das Naturgemälde im Wandel
Erlebnisinstallation

In dieser partizipativen Erlebnisinstallation geraten die berühmten Naturgemälde ganz nach dem Prinzip der Humboldt‘schen Weltanschauung in Bewegung: Gemäldefacetten auf zahlreichen Würfeln laden die Besucherinnen und Besucher zum Gestalten und Intervenieren ein. Die Beobachtungen und Erkenntnisse Humboldts stehen im bewegten Kontext der Gegenwart. Wie würde Humboldt heute sein großes Netzwerk pflegen? Vermutlich würde er mit Post-Its arbeiten und über Social Media kommunizieren. Die Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert, sich in der wandelnden Landschaft zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu verorten.

Erzählte Geschichte/n Das Storytelling mit Christine Lander führt uns auf den Wegen Humboldts in die Welt der Geschichte und Geschichten Lateinamerikas. Jede und Jeder ist eingeladen, historisches Wissen zu entdecken, dieses mit dem eigenen Wissen zu verknüpfen und neues Wissen mitzunehmen.

13–14:30 Uhr
Gespräche
+

Unterschiedlichste Facetten des Werks und der Persönlichkeit Humboldts kennenlernen.

Weltbürgerschaft
Brinda Sommer, Paul Spies (13–13:20 Uhr)

Berlin hat in vielen Ländern Spuren hinterlassen und ist geprägt vom Geschehen in der Welt. Auch die Menschen, die Berlin besuchen oder hier leben, sind „Weltbürgerinnen” und „Weltbürger“, die über zahlreiche Verbindungen direkt oder indirekt mit anderen Menschen, Orten und Ereignissen auf der Welt vernetzt sind. Diese Verflochtenheit mit der Welt ist das zentrale Thema der Berlin Ausstellung im Humboldt Forum. Der erste Ausstellungsraum „Die Welt vernetzen“ bildet eine Brücke zwischen dem Humboldt Forum und der Berlin Ausstellung. Hier wird Alexander von Humboldt als Weltbürger, Wissenschaftler und Netzwerker vorgestellt, der Verbindungen in alle Welt gepflegt hat. Auch Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, Teil eines weltweiten Netzwerks zu werden. Über Humboldt als Weltbürger sprechen der Chefkurator der Berlin Ausstellung Paul Spies und Brinda Sommer, Leiterin des Teams der Kuratorinnen und Kuratoren.

Ciclo Anual no Rio Tiquié
Damião Amaral Barbosa, Félix Rezende Barbosa, Aloisio Cabalzar, Raiz Campos, Thiago da Costa Oliveira, Ismael Pimentel dos Santos, Andrea Scholz (13:20–13:40 Uhr)

Welche Informationen stecken im indigenen Kalender des Rio Negro? Was sagen die Sternbilder über den Flusspegel des Tiquié aus? In diesem Gespräch geben Andrea Scholz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Südamerika-Sammlung des Ethnologischen Museums Berlin und ihre Projektpartnerinnen und Projektpartner aus Brasilien Einblick in den Entstehungsprozess der Fassadenprojektion Ein Jahreszyklus am Tiquié.
Zirkuläre Kalenderdarstellungen mit naturalistischen Zeichnungen von Indigenen haben in der Erforschung der Region, ihrer indigenen Kultur und ihrem natürlichen Reichtum bereits Tradition. Das Instituto Socioambiental (ISA), eine Nichtregierungsorganisation in Brasilien, verwendet diese Art der Darstellung seit Jahren in der interkulturellen Forschung. Für die Projektion erstellte das Team auf Grundlage von Mythen und Naturbeobachtungen Drehbuch, Storyboards und Skizzen für die Videoperformances und übernahm die Animation der Zeichnungen.

Spüren, messen, wahrnehmen. Ökologische Ästhetik nach Humboldt
Friedrich von Bose, Birgit Schneider (13:40–14 Uhr)

Humboldt verfolgte bereits früh eine ökologisch motivierte Wissenschaft. Diese ist in zweifacher Weise ästhetisch begründet: Sie stellte leibliches Spüren und instrumentelles „sensing“ als gleichwertige Erkenntnisformen nebeneinander. Das Ziel dieser umfassenden Wahrnehmungsweise bestand darin, ein ebenso umfassendes Wissen über „den ganzen Luftkreis“ und die darin sich verbreitenden und zirkulierenden Lebewesen zu erlangen. Seine dynamische, zirkulierende und vernetzte Beschreibung der globalen Prozesse und ihrer Umgebungsfaktoren skizziert hierbei ein Umgebungswissen, das später mit Begriffen wie „Milieu“, „Environment“ und „Ökologie“ zum Antrieb ganzer Disziplinen wurde. Die Professorin für Wissenskulturen und mediale Umgebungen Birgit Schneider erläutert im Gespräch mit Friedrich von Bose, Kurator für das Humboldt Labor im Humboldt Forum, weshalb heute, im Zeitalter der Klimakrise, an Humboldts Ästhetik wieder angeschlossen werden kann.

«Naturgemälde»: Humboldt und die zeitgenössische Kunst in Lateinamerika
Wenzel Bilger, José Alejandro Restrepo, Liliana Sánchez (14–14:20 Uhr)

Das Werk Humboldts hat bis in die Gegenwart starken Einfluss auf unsere Wahrnehmung der Natur und damit auch auf die Praxis von Künstlerinnen und Künstlern, speziell in Lateinamerika. Die Ausstellung Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen sowie die experimentelle Plattform Experimenta/Sur: Tejidos Conectivos sind Versuche, diesem Verhältnis auf den Grund zu gehen. Darüber sprechen Liliana Sánchez und José Alejandro Restrepo, deren Werke in der Ausstellung Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen gezeigt werden, mit Wenzel Bilger, Leiter des Goethe-Instituts in Bogotá.

Kosmos IV

15–17:15 Uhr, Einlass 14:45 Uhr
Eintritt frei.
Kommen Sie gerne vorbei und bringen Sie bitte etwas Wartezeit mit. Wir freuen uns auf Sie am Baustelleneingang Süd (Schlossplatz/Breite Straße).
Online sind keine Anmeldungen mehr möglich.

ab 15 Uhr
Ausstellungen
+

Zeitgenössische und historische Perspektiven aus Lateinamerika auf Humboldt entdecken.

Archivo Alexander von Humboldt
Ausstellung von Fabiano Kueva, Co-Kurator: David Blankenstein

Das „Archivo Alexander von Humboldt“ des ecuadorianischen Künstlers ist ein über zehn Jahre dauerndes Langzeitprojekt: Seit 2009 erkundet Fabiano Kueva, von der Amerikareise Humboldts ausgehend, die Frage des Archivs künstlerisch-diskursiv mit den Mitteln des Films, der Ausstellung und der Dokumentation. Kueva folgt nicht nur Humboldts Spuren, sondern auch seinen Gesten, Worten und Praktiken des Sammelns und Ordnens. Indem er berühmte Darstellungen Humboldts nachinszeniert, legt er die hinter der „wissenschaftlichen“ Reise verborgenen Denkmuster offen. Welche Strategien der Inszenierung hat Humboldt genutzt? Und wie hat Humboldt unsere Sicht auf Wissenschaft und Wahrheit verändert?

La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas / Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen
Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler im Dialog mit historisch-künstlerischen Positionen, kuratiert von Halim Badawi, in Kooperation mit dem Goethe-Institut

Die Ausstellung zeigt die Präsenz der Humboldt’schen Tradition in der zeitgenössischen lateinamerikanischen Kunst. An Flüssen, im Hochland, auf Bergen und Vulkanen sammelte Humboldt auf seiner Reise durch Lateinamerika (1799-1804) Eindrücke von dem üppigen und politisierten Territorium der „Neuen Welt“. Die Ausstellung folgt den Spuren dieser Reise bis in die heutige künstlerische Praxis Lateinamerikas. Ausgewählte Werke zeigen, dass sich die brennenden Fragen unserer Zeit bereits zu Zeiten der Amerikaexpedition Humboldts offenbart haben. Die Ausstellung führt den Besucherinnen und Besuchern vor Augen, wie eng die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zusammenhängt, insbesondere in einem Land wie Kolumbien, wo natürlicher Reichtum, geografische Vielfalt, Biodiversität und Bodenschätze mit Ungleichheit und Ausbeutung, Extraktivismus und Entwaldung einhergehen.

Künstlerische Beiträge:

  • zeitgenössisch: Antonio Bermúdez, José Luis Bongore, Luis Carlos Camargo, Camilo Echavarría, Gianfranco Foschino, David Guarnizo, Alfredo Jaar, Regina de Miguel, Carlos Motta, Andrés Matías Pinilla, José Alejandro Restrepo, Liliana Sánchez, Óscar Santillán und Experimenta/Sur: Tejidos conectivos;
  • historisch: Ricardo Borrero Álvarez, Frederic Edwin Church, Thomas Clarkson, Ida Esbra, Pancho Fierro, Baron Jean-Baptiste Louis Gros, Felipe Santiago Gutiérrez, Alexander von Humboldt, Theodor Koch-Grünberg, Erwin Kraus, Maria Sibylla Merian, Andrés de Santa María, Sunqua, Ramón Torres Méndez.

Zur Ausstellung erscheint ein Handheft mit Informationen zu allen gezeigten Werken und zu den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern (erhältlich im Ausstellungsraum)

ab 15 Uhr
Installationen
+

Virtuell auf Humboldts Spuren wandeln und indigene Perspektiven kennenlernen.

VR-Stationen

Juyeco Humboldt

4Direcciones Audio Visionaries

Das Team aus Bogotá hat eine Mixed Reality-Anwendung entwickelt, die Geräusche und Bewegungen aus der jeweiligen Umgebung, Augmented Reality-Elemente und immersive Sounds einbezieht. Das Gemeinschaftshaus von indigenen Siedlungen wird dabei zum Ort der Begegnung. Humboldts Südamerikareise wird aus der Perspektive indigenen Denkens gespiegelt. So werden wir dazu animiert, uns durch physisches Erleben mit indigenen Perspektiven auf Wissen und Umwelt auseinanderzusetzen. Juyeco Humboldt zielt auf die Dekolonisierung von Bewusstsein durch das Medium des rituellen Tanzes.

Alexander VR Humboldt

Sunset Fox

Humboldts Ehrgeiz, die Welt zu vermessen, fasziniert bis heute. Das Team aus Mexiko-Stadt hat in seiner Virtual Reality-Anwendung einen Fokus auf die Instrumente des Forschungsreisenden gelegt. Anhand von Messgeräten wie zum Beispiel Sextanten oder Höhenmesser aus Humboldts Reisegepäck, wird der Alltag des Forschers in fünf verschiedenen Missionen erlebbar. Gleichzeitig wird Humboldts mexikanische Reiseroute nachgezeichnet, von seiner Ankunft in Acapulco bis nach Mexiko-Stadt.

Hololistic

Virtual Penguins

In der Virtual Reality-Anwendung aus Lima tauchen die Besucherinnen und Besucher in eine von einer Videospielästhetik inspirierte Welt ein. Dort gilt es, einen engen Bergwerkstollen zu durchschreiten, Anweisungen eines Kaninchens Folge zu leisten und steile Berghänge zu erklimmen. Orientierung bietet die kommentierende Stimme von Alexander von Humboldt, die das Geschehen in einen historischen Kontext einbettet.

360˚-Filme

Humboldt360˚ | Eine Expedition in Lateinamerika

Tim Hamelberg

Für die Themensaison Humboldt y las Américas hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit Playersjourney Berlin einen 360-Grad-Film produziert, der Alexander von Humboldts Reiseroute in Kolumbien und Ecuador nachvollzieht. Begleitet von Originalzitaten reisen die Besucherinnen und Besucher durch das heutige Lateinamerika. In vier Episoden zeichnet der Film Humboldts präzisen Blick als Kulturwissenschaftler, Ethnologe und Kritiker von Kolonialismus, Rassismus und Ausbeutung nach und zeigt dabei das Bild Lateinamerikas, das sich heutigen Reisenden bietet. Stationen der Reise sind Cartagena, Bogotá, Quito und der Chimborazo.

Kaji (Sacred Coca)

Diana Rico, Richard Décaillet

Kají (Sacred Coca) nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine erweiterte audiovisuelle Reise in den Amazonas-Regenwald. Dort begegnen sie einer über 14.000 Jahre alten Tradition, in deren Zentrum eine Pflanze der Weisheit steht. Der 360˚-Film bietet die einzigartige Möglichkeit, ein nur selten besuchtes Gebiet zu erkunden und einzutauchen in die kulturellen Ursprünge der Cocapflanze und ihrer Nutzung in der Amazonasregion. Er ermöglicht es, die Welt dieser geheimnisvollen Pflanze und das tägliche Leben der Jaguar-Schamanen von Yurupari am Piraparaná-Fluss in Vaupés in Kolumbien kennenzulernen.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut.

ab 15 Uhr
Familienprogramm
+

Geschichten Lateinamerikas kennenlernen und Humboldts „Naturgemälde“ spielerisch neu arrangieren.

Das Naturgemälde im Wandel
Erlebnisinstallation

In dieser partizipativen Erlebnisinstallation geraten die berühmten Naturgemälde ganz nach dem Prinzip der Humboldt‘schen Weltanschauung in Bewegung: Gemäldefacetten auf zahlreichen Würfeln laden die Besucherinnen und Besucher zum Gestalten und Intervenieren ein. Die Beobachtungen und Erkenntnisse Humboldts stehen im bewegten Kontext der Gegenwart. Wie würde Humboldt heute sein großes Netzwerk pflegen? Vermutlich würde er mit Post-Its arbeiten und über Social Media kommunizieren. Die Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert, sich in der wandelnden Landschaft zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu verorten.

15–16:30 Uhr
Gespräche
+

Unterschiedliche Facetten des Werks und der Persönlichkeit von Alexander von Humboldt kennenlernen.

Kosmos und Archiv der Menschheit
Manuela Fischer, Maria Gaida, Lars-Christian Koch (15:10–15:30 Uhr)

Begeisterung, Anstrengungen, Begegnungen, Gefahren und unzählige – manchmal auch ungeahnte – Entdeckungen prägten Humboldts berühmte Südamerikaexpedition. Was hat er bei seinen Messungen an dem nach ihm benannten Humboldtstrom an der Westküste Südamerikas herausgefunden? Was hat es mit seinen Berechnungen zu goldenen Opfergaben im Guatavitasee auf sich? Liegt hier das sagenumwobene El Dorado? Diesen und vielen weiteren Fragen sowie drei Objekten, die Humboldt in Mexiko sammelte, widmen sich der Direktor für die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB) im Humboldt Forum Lars-Christian Koch, Maria Gaider, Leiterin der Abteilung Sammlungen der SMB und Manuela Fischer, Kustodin der Sammlung Südamerika am Ethnologisches Museum Berlin in ihrem Gespräch und bieten damit schon jetzt eine Vorschau auf mögliche Entdeckungstouren in den Ethnologischen Sammlungen im Humboldt Forum.

Other narratives and other memories
David Blankenstein, Fabiano Kueva (15:30–15:50 Uhr)

Ausgehend von dem Projekt Archivo Alexander von Humboldt treten der Künstler Fabiano Kueva und David Blankenstein, Co-Kurator und Kurator der im November eröffnenden Ausstellung zu den Humboldt-Brüdern im Deutschen Historischen Museum, in den Dialog über die Bedingungen und Konsequenzen des Status von Objekten und Bildern als Träger von Gedächtnis und historischem Narrativ. Welche Auswirkungen haben der Transit von Objekten und Bildern, ihre Präsenz oder Abwesenheit, ihre Akklimatisierung an neue Orte oder ihre künstlerische Transformation auf ihre Eigenschaft, Erinnerung zu transportieren und Geschichte zu vermitteln? Und wo helfen sie, alternative Formen von Gedächtnis und Geschichte hervorzubringen?

Berlin or Paris: Humboldt’s private life
Liz Rosenfeld, Rüdiger Schaper, Moderation: Carolina Chimoy (15:50–16:10 Uhr)

Das Verhältnis von Alexander von Humboldt zu Berlin ist widersprüchlich. Erst im Alter von fast 60 Jahren, 1827, ließ er sich in seiner Heimatstadt nieder. Humboldt bevorzugte Paris, das damals einen Ruf und eine vergleichbare Rolle hatte wie das heutige Berlin. Paris stand für Offenheit und freies Leben, die Stadt war ein Magnet für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Künstlerinnen und Künstler. Aber wie würde Humboldt heute entscheiden – als Wissenschaftler und als Individuum? Würde er in Berlin leben? Was macht Berlin so attraktiv? Der Journalist Rüdiger Schaper und die Video-Künstlerin Liz Rosenfeld tauchen ein in diese Fragen und unternehmen eine Expedition in Humboldts (Privat-)Leben – so wie es war und wie es heute sein könnte.

Das Humboldt’sche Prinzip
Hartmut Dorgerloh, Edith Hirte (16:10–16:30 Uhr)

Die Brüder Humboldt wurden vielerorts zu Namenspaten. Unweit der Humboldt-Universität entsteht nun das Humboldt Forum im Berliner Schloss, in das sich die Namen beider Gelehrter einschreiben. Es heißt, Name verpflichtet, aber was steckt dahinter – Etikett oder Essenz? Auch wenn das Forum kein Humboldt-Museum sein wird, so haben doch Werk und Biografie eine ideelle Dimension, die vielfältige Anknüpfungspunkte für die Programmarbeit des Humboldt Forums bietet. Der Generalintendant Hartmut Dorgerloh und die Historikerin Edith Hirte, Referentin der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, diskutieren die Frage, welche Relevanz Alexander von Humboldt für die programmatische Ausrichtung des Humboldt Forums hat. Gibt es ein Humboldt‘sches Prinzip im Humboldt Forum?

Kosmos V

18–21 Uhr, Einlass 17:30 Uhr
Eintritt frei.
Kommen Sie gerne vorbei und bringen Sie bitte etwas Wartezeit mit. Wir freuen uns auf Sie am Baustelleneingang Süd (Schlossplatz/Breite Straße).
Online sind keine Anmeldungen mehr möglich.

ab 18 Uhr
Ausstellungen
+

Zeitgenössische und historische Perspektiven aus Lateinamerika auf Humboldt entdecken.

Archivo Alexander von Humboldt
Ausstellung von Fabiano Kueva, Co-Kurator: David Blankenstein

Das „Archivo Alexander von Humboldt“ des ecuadorianischen Künstlers ist ein über zehn Jahre dauerndes Langzeitprojekt: Seit 2009 erkundet Fabiano Kueva, von der Amerikareise Humboldts ausgehend, die Frage des Archivs künstlerisch-diskursiv mit den Mitteln des Films, der Ausstellung und der Dokumentation. Kueva folgt nicht nur Humboldts Spuren, sondern auch seinen Gesten, Worten und Praktiken des Sammelns und Ordnens. Indem er berühmte Darstellungen Humboldts nachinszeniert, legt er die hinter der „wissenschaftlichen“ Reise verborgenen Denkmuster offen. Welche Strategien der Inszenierung hat Humboldt genutzt? Und wie hat Humboldt unsere Sicht auf Wissenschaft und Wahrheit verändert?

La naturaleza de las cosas: Humboldt, idas y venidas / Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen
Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler im Dialog mit historisch-künstlerischen Positionen, kuratiert von Halim Badawi, in Kooperation mit dem Goethe-Institut

Die Ausstellung zeigt die Präsenz der Humboldt’schen Tradition in der zeitgenössischen lateinamerikanischen Kunst. An Flüssen, im Hochland, auf Bergen und Vulkanen sammelte Humboldt auf seiner Reise durch Lateinamerika (1799-1804) Eindrücke von dem üppigen und politisierten Territorium der „Neuen Welt“. Die Ausstellung folgt den Spuren dieser Reise bis in die heutige künstlerische Praxis Lateinamerikas. Ausgewählte Werke zeigen, dass sich die brennenden Fragen unserer Zeit bereits zu Zeiten der Amerikaexpedition Humboldts offenbart haben. Die Ausstellung führt den Besucherinnen und Besuchern vor Augen, wie eng die Entwicklung von Wissenschaft und Kunst mit der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung zusammenhängt, insbesondere in einem Land wie Kolumbien, wo natürlicher Reichtum, geografische Vielfalt, Biodiversität und Bodenschätze mit Ungleichheit und Ausbeutung, Extraktivismus und Entwaldung einhergehen.

Künstlerische Beiträge:

  • zeitgenössisch: Antonio Bermúdez, José Luis Bongore, Luis Carlos Camargo, Camilo Echavarría, Gianfranco Foschino, David Guarnizo, Alfredo Jaar, Regina de Miguel, Carlos Motta, Andrés Matías Pinilla, José Alejandro Restrepo, Liliana Sánchez, Óscar Santillán und Experimenta/Sur: Tejidos conectivos;
  • historisch: Ricardo Borrero Álvarez, Frederic Edwin Church, Thomas Clarkson, Ida Esbra, Pancho Fierro, Baron Jean-Baptiste Louis Gros, Felipe Santiago Gutiérrez, Alexander von Humboldt, Theodor Koch-Grünberg, Erwin Kraus, Maria Sibylla Merian, Andrés de Santa María, Sunqua, Ramón Torres Méndez.

Zur Ausstellung erscheint ein Handheft mit Informationen zu allen gezeigten Werken und zu den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern (erhältlich im Ausstellungsraum).

ab 18 Uhr
Installationen
+

Virtuell auf Humboldts Spuren wandeln und indigene Perspektiven kennenlernen.

VR-Stationen

Juyeco Humboldt

4Direcciones Audio Visionaries

Das Team aus Bogotá hat eine Mixed Reality-Anwendung entwickelt, die Geräusche und Bewegungen aus der jeweiligen Umgebung, Augmented Reality-Elemente und immersive Sounds einbezieht. Das Gemeinschaftshaus von indigenen Siedlungen wird dabei zum Ort der Begegnung. Humboldts Südamerikareise wird aus der Perspektive indigenen Denkens gespiegelt. So werden wir dazu animiert, uns durch physisches Erleben mit indigenen Perspektiven auf Wissen und Umwelt auseinanderzusetzen. Juyeco Humboldt zielt auf die Dekolonisierung von Bewusstsein durch das Medium des rituellen Tanzes.

Alexander VR Humboldt

Sunset Fox

Humboldts Ehrgeiz, die Welt zu vermessen, fasziniert bis heute. Das Team aus Mexiko-Stadt hat in seiner Virtual Reality-Anwendung einen Fokus auf die Instrumente des Forschungsreisenden gelegt. Anhand von Messgeräten wie zum Beispiel Sextanten oder Höhenmesser aus Humboldts Reisegepäck, wird der Alltag des Forschers in fünf verschiedenen Missionen erlebbar. Gleichzeitig wird Humboldts mexikanische Reiseroute nachgezeichnet, von seiner Ankunft in Acapulco bis nach Mexiko-Stadt.

Hololistic

Virtual Penguins

In der Virtual Reality-Anwendung aus Lima tauchen die Besucherinnen und Besucher in eine von einer Videospielästhetik inspirierte Welt ein. Dort gilt es, einen engen Bergwerkstollen zu durchschreiten, Anweisungen eines Kaninchens Folge zu leisten und steile Berghänge zu erklimmen. Orientierung bietet die kommentierende Stimme von Alexander von Humboldt, die das Geschehen in einen historischen Kontext einbettet.

360˚-Filme

Humboldt360˚ | Eine Expedition in Lateinamerika

Tim Hamelberg

Für die Themensaison Humboldt y las Américas hat das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit Playersjourney Berlin einen 360-Grad-Film produziert, der Alexander von Humboldts Reiseroute in Kolumbien und Ecuador nachvollzieht. Begleitet von Originalzitaten reisen die Besucherinnen und Besucher durch das heutige Lateinamerika. In vier Episoden zeichnet der Film Humboldts präzisen Blick als Kulturwissenschaftler, Ethnologe und Kritiker von Kolonialismus, Rassismus und Ausbeutung nach und zeigt dabei das Bild Lateinamerikas, das sich heutigen Reisenden bietet. Stationen der Reise sind Cartagena, Bogotá, Quito und der Chimborazo.

Kaji (Sacred Coca)

Diana Rico, Richard Décaillet

Kají (Sacred Coca) nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer mit auf eine erweiterte audiovisuelle Reise in den Amazonas-Regenwald. Dort begegnen sie einer über 14.000 Jahre alten Tradition, in deren Zentrum eine Pflanze der Weisheit steht. Der 360˚-Film bietet die einzigartige Möglichkeit, ein nur selten besuchtes Gebiet zu erkunden und einzutauchen in die kulturellen Ursprünge der Cocapflanze und ihrer Nutzung in der Amazonasregion. Er ermöglicht es, die Welt dieser geheimnisvollen Pflanze und das tägliche Leben der Jaguar-Schamanen von Yurupari am Piraparaná-Fluss in Vaupés in Kolumbien kennenzulernen.

In Kooperation mit dem Goethe-Institut.

ab 18 Uhr
Familienprogramm
+

Geschichten Lateinamerikas kennenlernen und Humboldts „Naturgemälde“ spielerisch neu arrangieren.

Das Naturgemälde im Wandel
Erlebnisinstallation

In dieser partizipativen Erlebnisinstallation geraten die berühmten Naturgemälde ganz nach dem Prinzip der Humboldt‘schen Weltanschauung in Bewegung: Gemäldefacetten auf zahlreichen Würfeln laden die Besucherinnen und Besucher zum Gestalten und Intervenieren ein. Die Beobachtungen und Erkenntnisse Humboldts stehen im bewegten Kontext der Gegenwart. Wie würde Humboldt heute sein großes Netzwerk pflegen? Vermutlich würde er mit Post-Its arbeiten und über Social Media kommunizieren. Die Besucherinnen und Besucher sind aufgefordert, sich in der wandelnden Landschaft zu aktuellen gesellschaftlichen Themen zu verorten.

18 Uhr
Global vernetzte Diskussion
+

Live aus Berlin, Nowosibirsk und Bogotá: an einer Diskussionsrunde teilnehmen zu Humboldts Wirken und Aktualität bis heute.

Livestream ►

CONEXIÓN HUMBOLDT | ГУМБОЛЬДТ-КОННЕКШН

  • Berlin: Ottmar Ette, Sandra Rebok; Moderation Carolina Chimoy

Zur Rezeption des humanistisch orientierten Beobachters und international vernetzten Universalgelehrten im Humboldt-Jahr 2019. Inwiefern sind Denken und Vorgehen des transdisziplinären Naturforschers bis heute aktuell?

  • Nowosibirsk: Irina Oktjabrskaja, Angelina Davydova; Moderation Johannes Grotzky

Zu ethnischen und nationalen Identitäten in den von Humboldt bereisten Regionen und zur globalen Dimension ökologischer Zusammenhänge. Wovon würde Humboldt, der Autor und Korrespondent, dieser Tage berichten?

  • Bogotá: Brigitte Baptiste, Abel Rodríguez; Moderation Sara Malagón Llano

Über die außergewöhnlich hohe Biodiversität Kolumbiens und die Rolle der menschlichen Spezies, diese zu schützen. Was können wir von indigenen Kulturen für die Zukunft lernen? Was bedeutet queering of ecology?

Die internationale Vernetzung und Wissenskommunikation des preußischen Kosmopoliten Alexander von Humboldt sind Ausgangspunkt für höchst aktuelle Fragen zu ökologischen Zusammenhängen, zu biologischer wie kultureller Diversität und Anerkennung. Die global vernetzte Diskussion beleuchtet die Bedeutung und Rezeption seines Wirkens in den von ihm bereisten Regionen in Europa, Amerika und im zaristischen Russland. Seine vorausschauenden Überlegungen zu Klima- und Artenschutz, seine umsichtigen Äußerungen für den Erhalt von Diversität und Ressourcen gelten bis heute als zukunftsweisend. Die geopolitischen Vorstöße und humanistischen Anliegen erfahren im Kontext des postkolonialen Diskurses eine Neubewertung. Humboldts Vorgehen und neue Wissenschaft wird von dem Humboldt-Experten Ottmar Ette als transdisziplinär, interkulturell, kosmopolitisch, transareal, weltweit vernetzt, öffentlichkeitsorientiert, sinnlich und experimentell beschrieben. Entsprechend verfährt das digital erweiterte Gesprächsformat mit Live-Zuschaltungen aus Bogotá und Nowosibirsk. Zur Begrüßung spricht Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident des Goethe-Instituts.

Deutsch / Englisch / Spanisch / Russisch

In Kooperatin mit dem Goethe-Institut.

Projektionen an der Ostfassade

21–24 Uhr, Spreeseite (moderne Fassade), frei zugänglich
Keine Anmeldung erforderlich

ab 21 Uhr
Projektionen
+

Alexander von Humboldt in bewegten Bildern und Zitaten erleben und sich von indigenen Naturforschern den Sternenhimmel Amazoniens zeigen lassen.

250 Jahre jung!
Animation zum Geburtstag von Alexander von Humboldt

Zu seinem 250sten Geburtstag wird die Ostfassade des Humboldt Forums zum Schauplatz des Lebens und Denkens Alexander von Humboldts. „Alles ist Wechselwirkung“ – seine zentrale Feststellung über die Natur und Welt – wird im Zusammenspiel zwischen Licht, Bildern und Architektur erkundet. Es ist eine Reise in die Vielschichtigkeit und enorme Facettenhaftigkeit dieses schillernden Wissenschaftlers, Forschers und Philosophen.

O Ciclo Anual no Rio Tiquié / Der Jahrszyklus des Tiquié-Flusses
Damião Amaral Barbosa, Felix Rezende Barbosa, Aloisio Cabalzar, Raiz Campos, Mikko Gaestel, Thiago Oliveira, Ismael Pimentel dos Santos, Andrea Scholz et al.

Mehr als 200 Jahre nach Humboldts Reise an den Rio Negro im Nordwesten Amazoniens sind die Beziehungen zwischen Indigenen dieser Region und dem Ethnologischen Museum Berlin lebendiger denn je. Durch intensive Kooperationen der letzten Jahre treffen Welten und Weltsichten nun erstmals hier in der Mitte Berlins zusammen. Die Projektion auf der Ostfassade des Humboldt Forums ist Ergebnis einer kollaborativen Arbeit, die indigene und nicht-indigene Künstlerinnen und Künstler sowie brasilianische und deutsche Ethnologinnen und Ethnologen zusammenführte. Gemeinsam übersetzten sie indigene Mythen und Beobachtungen über Sternbilder und den Jahreszyklus in eine visuelle Erzählung; so entstand eine positive Spannung zwischen den modernen Formen des Gebäudes und der Komplexität indigener Vorstellungen über Zeit, Ökologie und Ritual. Das Ergebnis öffnet dem Berliner Publikum einen Raum für visuelle Begegnungen zwischen zwei Welten, die seit Humboldts Tagen ein gemeinsames Erbe teilen.