Musical Belongings V
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16 € / ermäßigt 8 € Tickets |
18 Uhr: Einführung |
Dauer: 120 min |
Keine Sprachkenntnisse erforderlich |
Saal 2, EG |
Teil von: Musical Belongings |
TALKING DRUMS: NIGERIA lautten compagney BERLIN feat. Aralola Olamuiywa & Band
Die lautten compagney BERLIN fragt mit ihrem Projekt TALKING DRUMS: NIGERIA nach den Möglichkeiten einer Musik jenseits des kolonialen Kanons, der sich in pauschalen Bezeichnungen wie „afrikanische Musik“ unhinterfragt fortsetzt. Die Verfahren sogenannter „Alter Musik“ aus Europa weisen Parallelen zu westafrikanischen Spielpraktiken auf, was beispielhaft an Techniken wie Ostinato/Riff, Call and Response und Hoketus/ Interlocking nachvollzogen werden kann. Gemeinsamen Quellen und Differenzen geht das Projekt in einem einwöchigen Workshop und zwei Konzerten im Humboldt Forum nach. Dabei stehen zwei musikalische Traditionslinien im Mittelpunkt: Die Musik der Yoruba People in Nigeria mit ihrer avancierten Perkussionskultur und die Kompositionen von Charles Ignatius Sancho, der Ende des 18. Jahrhunderts als erster Schwarzer Komponist in London auftrat und das britische Wahlrecht ausübte.
Zu den Musiker*innen, die das reiche Erbe der TALKING DRUMS lebendig halten, gehört Aralola Olamuyiwa a.k.a Ara, berühmt als „Queen of the Talking Drums“. Sie gilt als die erste Frau Nigerias, die in der männlich dominierten Welt der Percussion weltweit Anerkennung findet und tritt als kulturelle Botschafterin der Ooni of Ife und der Yoruba-Kultur auf. Sie ist nicht nur Trommlerin, sondern auch Sängerin und Entertainerin. Nach Berlin kommt sie mit einem dreiköpfigen Percussion-Ensemble, bestehend aus der Bata-, der Omele-, und der Dundun-Drum.
Die sogenannten „Sprechtrommeln“ der westafrikanischen Kulturen gehörten zu den Werkzeugen der täglichen Kommunikation, hatten oft die Funktion von Nachrichtentrommeln und waren in der Lage, die Tonhöhen tonaler Sprachen abzubilden. Im heutigen Gebrauch sind die Trommeln eher rituell eingebunden und haben religiös-zeremonielle Bedeutung.
Die deutsche Sängerin Julienne Mbodjé bereichert die hybride Komposition mit einen eigenem musikalischen Beitrag und schöpft hierbei aus ihrem breiten Repertoire klassischer wie kontemporärer Musiktraditionen. Die zeitgenössisch interpretierte und queer gelesenen Yoruba-Mythologie spielt eine große Rolle im literarischen Werk von Logan February. Die 1999 in Amambra, Nigeria, geborene Dichter*in und Essayist*in wird mit Texten und Reflexionen auf Lieder und Geschichten aus der Talking-Drum-Tradition reagieren und ihrem Sprachcharakter nachgehen.
Die lautten compagney BERLIN unter der Leitung von Wolfgang Katschner zählt zu den renommiertesten Orchestern der Alten Musik. In den letzten 39 Jahren seit ihrer Gründung 1984 begeisterte sie Musikliebhaber*innen auf der ganzen Welt. Im Herbst 2019 wurde sie mit dem OPUS Klassik als Ensemble des Jahres ausgezeichnet. Mit Konzerten, Opernaufführungen und Crossoverprojekten setzt sie einzigartige musikalische Akzente. Das Ensemble gehört zu den wenigen freien Produzenten von Musiktheaterprojekten in Deutschland. Für seine ungewöhnlichen und innovativen Programme wird es vom Publikum wie von nationalen und internationalen Feuilletons gleichermaßen geschätzt. Neben ihren Auftritten in Berlin tourt die lautten compagney mit ca. 100 Konzerten pro Jahr durch die Bundesrepublik, Europa und die Welt. Die letzten großen, außereuropäischen Tourneen führten im Jahr 2019 durch zehn Städte Chinas und im Herbst 2021 nach Bogotá in Kolumbien. An der Dresdner Semperoper feierte die lautten compagney kürzlich als erstes Gastensemble in der jüngeren Geschichte des Hauses die umjubelte Premiere von Monteverdis „L’Orfeo“.
Die lautten compagney pflegt als wichtigen Teil ihres Programmspektrums mit großen Repertoirewerken musikalische Traditionen. Wolfgang Katschner und sein Ensemble sind nicht nur neugierig auf Musik, sondern auch auf neue Wege ihrer konzertanten Darstellung. Ihre eigene, individuelle Plattform für Experimente hat die lautten compagney u. a. mit dem Format der :lounge gefunden. Hier zeigt sie, dass Alte Musik und Zeitgenössisches sehr wohl kombinierbar sind. In der :lounge bereichern Live-Sampling und -Sounds die Klangfarben der barocken Instrumente und bieten Raum für überraschende Improvisationen. Wenn alte Werke so von neuen Ideen inspiriert werden, verschwinden musikalische Grenzen.
Lola Olamuyiwa, bekannt unter ihrem Künstlernamen „Ara“ – die Königin der Kultur, ist die erste weibliche Talking-Drummerin von internationalem Ruf. Sie hat die Kunst des Trommelns revolutioniert, indem sie eine jahrhundertealte afrikanische Tradition durchbrochen hat, die das Trommeln den Männern vorbehalten hatte. Aras Auftritte sind voller Leidenschaft, elektrisierendem Tanz, kraftvollem Gesang, fesselndem Trommeln und beeindruckender Bühnendarbietung, die ihr Publikum begeistert und nach mehr verlangen lässt.
Sie hat weltweit an der Seite internationaler Superstars aufgetreten, von Nigeria über die USA, Jamaika, Indien, das Vereinigte Königreich, China, Frankreich, Ghana, Kanada, Spanien und viele weitere Länder. Besonders bemerkenswert ist, dass Ara mit der Musiklegende Stevie Wonder auf dessen Album „A Time to Love“ aufgenommen und aufgetreten ist.
Ara hat außerdem die Bühne mit renommierten Künstlern geteilt, darunter Wyclef Jean, Wizkid, Davido, Wesley Snipes, All-4-One, Femi Kuti, King Sunny Ade, Angélique Kidjo, Teni, Olamide, Tiwa Savage, Seun Kuti, D’banj, 2Baba, Made Kuti und vielen weiteren.
Sie ist Trägerin zahlreicher Auszeichnungen, sowohl national als auch international.
Liebevoll als „Die Königin der Kultur“ bezeichnet, ist Ara die Gründerin und Geschäftsführerin des Ara Drum Heritage Center. Wenn sie nicht auf der Bühne steht, widmet sie sich leidenschaftlich der Förderung der Schönheit der afrikanischen Kultur und Tradition und setzt sich für die Unterstützung weiblicher Talente in der Kunst des Trommelns ein.
Ihre einzigartige Fähigkeit, die Talking Drum mit verschiedenen Musikgenres wie Afrobeat, Afrobeats, Salsa, Reggae, Dancehall und Klassik zu verbinden, ist wirklich bemerkenswert.
Es gibt keinen anderen Act auf der Welt wie Ara. Sie ist wahrlich ein Rätsel!
Julienne Mbodjé, im Norden Niedersachsens aufgewachsen, studierte an der HfM Berlin, der Musikhochschule Freiburg und der ESMUC Barcelona Gesang (Oper/Lied/ Konzert). In der Oper sang sie unter anderem „Clarice“ in G. Rossinis LA PIETRA DEL PARAGONE, „Fidalma“ in D. Cimarosas IL MATRIMONIO SEGRETO und „Dinah“ in L. Bernsteins TROUBLE IN TAHITI (Freiburg). 2022 debütierte Julienne im Rahmen der Schlossfestspielen Ettlingen in der Rolle der „Carmen“ (G. Bizet). Die junge Sängerin ist freiberuflich mit renommierten Musikern wie Hans-Christoph Rademann, Frieder Bernius oder Justin Doyle in- und außerhalb Europas unterwegs. Die großen Oratorien von Bach und Händel gehören dabei zu ihrem Stammrepertoire. 2017 erfolgte eine CD Einspielung von Telemanns „Seliges Erwägen“ mit dem Freiburger Barockorchester, dem NDR und dem Label Aparté in der Laeiszhalle Hamburg. Sie konzertiert regelmäßig mit Ensembles wie der Akademie für alte Musik oder dem Ensemble Recherche.
Seit Januar 2023 ist sie festes Mitglied des RIAS Kammerchores Berlin.
https://www.juliennembodje.de/
Sesan ist ein professioneller Trommler, der traditionelle Trommeln wie die Àpàlà, die Talking Drum, die Omele-Trommel, die Sákárà und die Îyà Ìlù spielt. Er ist seit über 20 Jahren Mitglied der Ara Entertainment Productions.
Gbade ist ein professioneller Trommler, der Trommeln wie das Jembe, die Conga, die Àpàlà (Talking Drum), die Omele-Trommel und das Shekere spielt. Er ist seit über zwanzig Jahren Mitglied der Ara Entertainment Productions.
Adeniyi Olawale Shittu, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Neyo Omele, ist ein außergewöhnlich vielseitiger Perkussionist, der Omele-Trommeln, Talking Drums, Bata-Trommeln und andere Yoruba-Trommeln spielt. Er ist seit über 15 Jahren Mitglied der Band von Ara Entertainment Productions.
Logan February, geboren 1999 in Anambra, Nigeria, ist nicht-binäre*r Dichter*in, Essayist*in, Sänger*in, Songwriter*in und LGBTQ-Aktivist*in. Neben Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften hat Logan bisher drei Lyrikbände – How to Cook a Ghost (2017), Painted Blue with Saltwater (2018), Garlands (2019) – und den Gedichtband In the Nude (2019) veröffentlich, die z.T. ins Spanische, Italienische und Niederländische übersetzt wurden. Im Jahr 2020 wurde Logan February mit dem Future Awards Africa Prize for Literature ausgezeichnet. Im Frühjahr 2024 kam im Engler Verlag der Sammelband „Mental Voodo“ in Deutsch, Englisch und Yoruba heraus. Logan February war 2024 Stipendiat im Berliner Künstlerprogramm des DAAD und trat in Berlin bisher beim Afrolution Festival, dem African Book Festival, dem ILB, dem Poesiefestival und im Literarischen Colloquium auf. Gefördert im Programm „Weltoffenes Berlin“ ist Logan February 2025 „poet in residence“ im Humboldt Forum.
Logan February wird gefördert im Programm „Weltoffenes Berlin“ der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt.
